Cargoboard bringt Firmen mit Spediteuren zusammen

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Das Sofa ist verkauft, jetzt muss es zum Kunden. Also nach Spediteuren und Preisen gucken, einen auswählen, ihn anrufen oder ihm eine E-Mail schreiben. All das kostet Zeit. Die junge Firma Cargoboard aus Paderborn hilft dabei, den Transport schneller zu organisieren.

Mit wenigen Klicks lasse sich auf der digitalen Logistikplattform der Versand eines Produktes regeln, sagt Prokurist Richard Kleeschulte. Cargoboard trete aber nicht als Transportvermittler auf, sondern als Erstspediteur auf, also als Ansprechpartner für Versicherungs- und andere Fragen oder bei Schäden und Reklamationen

Ein Kind der Garage 33

Cargoboard ist ein blutjunges Unternehmen, das aus der Gründerschmiede Garage 33 im Technologiepark heraus entstand. Die Geschäftsidee kam den vier Gründern Artur Nachtigal, David Port, Lukas Petrasch und Richard Kleeschulte im Juli 2018 bei einem Workshop zum Thema Logistik.

Bei der Digitalisierung hinkt die Branche noch hinterher. Die zeitaufwändige Suche eines Verkäufers nach einem Speditionspartner kristallisierte sich deshalb bei dem Workshop als ein Problem heraus. Und genau das glaubt Cargoboard, an dem das Speditionsnetzwerk Cargoline beteiligt ist, jetzt gelöst zu haben.

100 Transporte täglich sind angepeilt

Seit dem 1. April 2019 ist die Firma offiziell als GmbH und Co KG eingetragen. Seit einem Monat läuft also das Geschäft, und es läuft gut, sagt Kleeschulte: »Wir hatten im April 200 Kunden, mit dem ersten Monat sind wir sehr zufrieden.« Das Ziel seien 100 Transporte täglich.

Schon jetzt ist Kleeschulte klar, dass die fünf Mitarbeiter nicht ausreichen werden. Das noch kleine Unternehmen sucht Speditionskaufmänner oder -frauen und IT-Fachkräfte wie Programmierer.

Dienstleister für den Mittelstand

Aber wie genau sieht das Geschäftsmodell, das sich an kleine und mittelständische Betriebe richtet, jetzt konkret aus? Bleiben wir beim Beispiel mit dem Sofa. Der Verkäufer geht auf die Internetseite mein.cargoboard.de, gibt die Zahl der Paletten an, die er versenden will, nennt den Lade- und Zielort der Lieferung. Dann zeigt ihm die Plattform das frühestmögliche Abholdatum und den Preis an.

Der Kunde kann auch einen Wunschtermin angeben, wünscht er eine Lieferung noch am selben Tag (Same-day-Lieferung), ist auch das aufgrund der Vielzahl der erfassten Speditionen möglich, aber dann steigt der Preis. Danach müssen noch der Inhalt der Sendung sowie die Adressen des Auftraggebers und Empfängers angegeben werden.

Keine Waffen und Gefahrstoffe

Waffen und Gefahrstoffe werden übrigens nicht transportiert. »Wir fahren nach den allgemeinen deutschen Spediteursbestimmungen«, betont Kleeschulte. Ist alles geregelt, bekommt der Kunde eine E-Mail mit dem Barcodelabel, den er an der Ladung befestigt. Um den Rest kümmern sich Cargoboard und die Speditionen. »Alle Transporte sind über eine Plattform und einen Ansprechpartner gebündelt«, sagt Kleeschulte. Das hält er neben der Zeitersparnis für einen weiteren Vorteil des Geschäftsmodells.

Und das soll umfassend ausgeweitet werden. Künftig sollen Kunden komplette Lkw-Ladungen verschicken, Luft- und Seefracht über Cargoboard abwickeln und an Lagerflächen herankommen können. Auch Stückgutsendungen bis 3000 Kilogramm sollen in fast alle Länder der Europäischen Union möglich sein.

Die Zeit in der Garage 33 sei »Gold wert« gewesen, schwärmt Richard Kleeschulte. Die Coachings seien hervorragend gewesen und der Austausch mit anderen Gründern habe zum Beispiel dabei geholfen, einen Steuerberater zu finden, erzählt der 26-Jährige, der an der Uni Paderborn Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat. TecUP, das Existenzgründungscenter der Uni, unterstützt Absolventen auf dem Weg in die Selbständigkeit und das nicht zuletzt durch die Garage 33.

Weitere Infos unter: cargoboard.de/