Im September bezog Stefan Bölte, Investmentmanager des von EnjoyVenture gemanagten Technologiefonds OWL, sein Büro in der garage33. Aktuell befinden sich über 13 Millionen Euro im Technologiefonds OWL. In einer zweiten Runde soll das das Volumen auf bis zu 25 Millionen Euro aufgestockt werden. Dieses Kapital wird in junge Unternehmen investiert – angestrebt ist eine Zusammenarbeit mit ca. 10-15 Startups mit technologiebasierten Geschäftsmodellen.

Foto (TecUP): Stefan Bölte, Investmentmanager des Technologiefonds OWL.

 

Als Investmentmanager des Technologiefonds OWL bist du nun seit 3 Monaten in OWL unterwegs. Wie ist eure Bilanz der ersten 100 Tage?

Wir als Fondsmanagement sind sehr schnell positiv von der Region OWL überzeugt worden. Als Frühphasen-Investor mit fünf regionalen Fonds haben wir selten so günstige Ausgangsvoraussetzungen vorgefunden. In Ostwestfalen-Lippe finden wir ein hervorragendes Gründer-Ökosystem mit aufgeschlossenen Hochschulen, diversen Startup-Aktivitäten innerhalb der Region, als auch unterschiedlichsten Business-Angeln vor. Nach vielen Gesprächen sind wir dann im November unsere erste Beteiligung eingegangen, übrigens gemeinsam mit zwei regionalen Business-Angeln.

Wie sieht eine Fondsbeteiligung von euch im Einzelnen aus?

Wir beteiligen uns immer direkt am Stammkapital eines jungen Unternehmens in der Rechtsform einer GmbH. Grundsätzlich halten wir als Minderheitsgesellschafter stets – zumeist deutlich – unter 50%. Die Gründerinnen und Gründer sollen schließlich weiterhin „Herr im eigenen Haus“ bleiben. In der Regel liegt unser Beitrag in einer ersten Finanzierungsrunde in einer Größenordnung zwischen 250 und 500 TEUR. Perspektivisch können wir unser Investment, bei entsprechender positiver Unternehmensentwicklung, dann über die Zeit in mehreren Folgefinanzierungen auf bis zu 2,5 Mio. EUR aufstocken. Mindestens genauso wichtig wie unser finanzielles Engagement ist jedoch unsere fast 20-jährige Erfahrung als Frühphasen-Investor mit weit über 150 begleiteten Runden sowie den damit verbundenen Kontaktnetzwerken zu einer Vielzahl von Investoren, Industriepartnern und unserem fast 40 Unternehmen umfassenden Beteiligungsportfolio.

Wie arbeitet ihr mit Business Angels zusammen?

Das sieht ganz unterschiedlich aus. Teilweise stellen wir rein Kontakte zwischen Teams und Investoren her oder unterstützen beide Seiten bei den unterschiedlichsten Fragestellungen. Auf der anderen Seite gehen wir auch gemeinsam mit Business Angeln in die Beteiligung. Zum Teil steigt erst der Business Angel mit einem kleinen Investment ein und wir kommen in der nächsten Runde dazu, um weiteres Wachstum oder die IT-Entwicklung voranzutreiben. Sollten direkt zu Beginn größere Summen notwendig sein, steigen wir aber auch gerne direkt zusammen ein. Immer auf die individuelle Situation bezogen. Aber man sieht, von der Zusammenarbeit können alle Seiten, Business Angel, Startup als auch wir auf unterschiedliche Weise profitieren.

Kannst du uns ein Beispiel geben?

Bei unserer ersten Beteiligung haben wir als Fondsmanagement eine intensive Prüfung des Startups durchgeführt. Unsere Erkenntnisse und Einschätzungen haben wir mit zwei in dieses Projekt involvierten Business Angeln geteilt und diskutiert. In der konkreten Finanzierung hat der Technologiefonds zwei Drittel und die beiden Business Angel zusammen ein Drittel in das Startup investiert. Bei der Umsetzung haben wir uns dann beispielweise alle zusammen auf einen gemeinsamen Beteiligungsvertrag geeinigt. Hier konnten wir die passenden Rechtsanwälte vermitteln, die tagtäglich Beteiligungsverträge für Startups erstellen und hier eine hohe Expertise auf diesem Feld mitbringen.

Ihr plant das Fondsvolumen aufzustocken. Kannst du uns bereits Informationen zur zweiten Fondsrunde geben?

Gestartet sind wir ja im September mit den drei Investoren Sparkasse Paderborn-Detmold, NRW.Bank und der PHOENIX CONTACT Innovation Ventures GmbH, die uns insgesamt 13,3 Mio. EUR zur Verfügung gestellt haben. Als Fondsmanagement haben wir jetzt bis Ende Februar 2019 Zeit, weitere Investoren von dem Fonds und unserem Vorgehen zu überzeugen und am Ende in uns zu investieren. Da laufen derzeit viele Gespräche mit ostwestfälischen Industrie-und Mittelstandsunternehmen, mit Finanzinvestoren aber auch Privatpersonen, die alle ein hohes Interesse am Technologiefonds OWL zeigen. Wir sind daher sehr optimistisch, die angepeilten 25 Mio. EUR zu erreichen. Über erste konkrete Fortschritte werden wir bereits sehr absehbar berichten können.

Vielen Dank für das Interview, Stefan.

Weitere Informationen unter: www.technologiefonds-owl.de