Interview mit Jens Janiuk und Marcel Sander von ActiDoo

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Marcel Sander (links) und Jens Janiuk

Was macht euer Start-Up und was ist das Besondere an eurer Geschäftsidee?

Marcel: Wir beschäftigen uns mit App- und Web-Entwicklung und haben unsere eigene App namens „ActiDoo“ gestartet. Bei dieser geht es darum, Leute zu Freizeitaktivitäten zusammenzubringen. Verschiedene Freizeitaktivitäten werden auf intelligente Weise personalisiert den Leuten vorgeschlagen. Dadurch können sich Gruppen zusammenfinden, die diese Aktivitäten zusammen machen möchten.

Jens:   Das trifft es ziemlich genau auf den Punkt. Unsere App schlägt den Leuten Events vor, die sie liken können. Wenn genug Leute in der Umgebung das Event geliked haben, werden Gruppen mit Leuten, die zueinander passen, gebildet. Dadurch wird es möglich, sich zu verabreden oder zu chatten.

Wer gehört zu eurem Team und wie habt Ihr euch zusammengefunden?

Marcel: Wir sind zu fünft und kennen uns aus der Studienzeit. Die Idee kam uns auch während des Studiums. Wir hatten selbst das Problem, dass es ein hoher Aufwand war, Leute für Freizeitaktivitäten zu finden, die gleichzeitig Zeit haben und das gleiche unternehmen wollen, wie z.B. Fußball spielen. Wenn man in keiner Gruppe ist, die sich regelmäßig trifft oder in einem Verein, ist es schwierig, Leute zu finden. Da wir alle einen IT- Background haben, dachten wir uns, dass wir einfach selbst eine App erstellen.

Jens:  Wir arbeiten zu dritt in Vollzeit und die beiden anderen unterstützen uns dann, wenn sie Zeit haben. Da alle einen IT- Schwerpunkt mit unterschiedlichen Ausprägungen, wie zum Beispiel Wirtschaft oder Grafikdesign haben, ergänzen wir uns ganz gut.

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ActiDoo App in Aktion

Welche Fähigkeiten konntet Ihr zum Zeitpunkt der Gründung schon einbringen und was musstet Ihr noch dazulernen?

Jens: Der ganze Verwaltungsaufwand, der mit einer Gründung einhergeht und das Management, also den ganzen BWL-Teil, mit dem wir uns vorher nicht beschäftigt hatten, mussten wir uns aneignen. Das war ein hoher Arbeitsaufwand, aber sollte einen nicht vom Gründen abhalten. Mitgebracht haben wir das technische Know-How.

 Was klappt(e) besonders gut und woran habt ihr euch fast die Zähne ausgebissen?

Marcel: Das Team hat sehr gut zusammengepasst. Wir hatten nie große Probleme, uns zu einigen. Natürlich hat man sich mal gestritten – das ist auch gut so – aber immer mit einem guten Endergebnis.

Jens: Probleme hatten wir vor allem mit der Zeit. Egal, was man macht, wenn man gründet, man hat eigentlich immer viel zu viel zu tun. Daran beißt man sich oft die Zähne aus. Da muss man dann auch zusehen, dass man doch auch irgendwann mal Feierabend macht.

Was habt Ihr aus den Herausforderungen/Hürden gelernt?

Marcel: Herausfordernd war alles, was zur Gründung dazugehört. Von Rechtsformen über die Art und Weise wie man eine ordentliche Rechnung schreibt – Das sind alles Dinge, die man nicht lernen würde, weil man sie sonst nicht braucht.

Jens: Das sind alles Dinge, die man nachlesen oder recherchieren kann. Man muss es aber trotzdem einmal selbst machen und Zeit investieren, bis man weiß wie es geht, aber man denkt eben vorher nicht an alles.

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Marcel Sander (links) und Jens Janiuk beim Programmieren

Welche Kunden/Zielgruppe(n) sprecht Ihr mit eurem Produkt an?

Jens: Mit „ActiDoo“ wollen wir alle ansprechen, die Interesse an Freizeit und Vernetzung haben, kontaktfreudig sind und etwas mit anderen Leuten unternehmen wollen. Im Speziellen richten wir uns an Leute, die neu in der Stadt sind und kaum jemanden kennen, der die gleichen Hobbies und Interessen hat. Mit unserer App- und Web-Entwicklung sprechen wir also jeden an, der Interesse daran hat, neue Kontakte zu knüpfen und an Aktivitäten teilzunehmen.

Wie akquiriert Ihr Eure Kunden?

Marcel: Wir akquirieren unsere Kunden hauptsächlich über Online-Werbung. Wir haben verschiedene Werbeformen ausprobiert und dabei gemerkt, dass das Preis-Leistungsverhältnis bei Online-Werbung am effektivsten ist. Besonders, wenn es darum geht, App-Installationen zu bewirken, ist der Weg vom Klick auf ein Banner zur Installation natürlich sehr kurz im Vergleich dazu, wenn man bei einer Veranstaltung auf uns aufmerksam gemacht wurde. Besonders aktiv sind wir auf Facebook

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Blick in den Büroraum

Welche Art von Unterstützung habt Ihr seitens it’s OWL / TecUP erfahren?

Jens: it’s OWL / TecUP war uns besonders am Anfang eine große Hilfe. Es war unsere erste Anlaufstelle, als wir überlegt haben, zu gründen. Als uns die Idee kam, haben wir erst einmal recherchiert, welche Form von Unterstützung in der näheren Umgebung geboten wird. Dabei stießen wir direkt auf it’s OWL / TecUP, welches sich gerade in der Anfangsphase befand.

Marcel: Als wir das erste Mal da waren, wurde im it’s OWL-Inkubator „Manufaktur“ noch gebaut! Die Beratung zum Thema Gründung war sehr gut. Wir haben auch das EXIST- Gründerstipendium bekommen. Beim Schreiben des dazugehörigen Antrages und des Businessplans haben wir sehr gute Unterstützung erfahren.

Jens: Außerdem haben wir durch das Stipendium auch Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen. Auch nachdem wir das Stipendium erhalten hatten, wurden wir noch weiter unterstützt. Zudem werden wir von it’s OWL / TecUP noch regelmäßig zu verschiedenen Netzwerkveranstaltungen, wie zum Beispiel dem Startup-Weekend, eingeladen. Das ist super, um Kontakte zu knüpfen. Wenn man gezielt nach Kontakten sucht, wie zum Beispiel zu einem Steuerberater oder einem Rechtsanwalt, muss man einfach nur die passenden Leute fragen und bekommt immer eine gute Antwort oder einen Kontakt vermittelt. Ich kann it’s OWL / TecUp nur empfehlen.

Welche Meilensteine wollt Ihr in den kommenden Monaten/Jahren erreichen?

Marcel: Wir wollen auf jeden Fall weiter wachsen mit der App, mehr User akquirieren und neue Funktionen einbauen. Aktuell ist es so, dass die App nur Veranstaltungen aus der näheren Umgebung anzeigt. Wir wollen noch einbauen, dass man verschiedene Orte einpflegen kann, wenn man zum Beispiel woanders arbeitet oder sich nicht immer am gleichen Ort aufhält…

Jens: … und noch eine Filterfunktion, mit der man genauer einstellen kann, für wann man Events vorgeschlagen bekommen möchte. Es gibt eigentlich eine ganze Schublade voller Pläne. Die Frage ist einfach nur: Mit welchem fangen wir an?

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Im Interview: Marcel Sander, Jens Janiuk und Lara Becker (it’s OWL) (v.l.n.r.)

Wo seht Ihr Euch in 5 Jahren?

Jens: Das ist schwierig. Darüber kann ich aktuell noch keine Aussage treffen.

Marcel: Natürlich, dass wir die am weitesten verbreitete Freizeit-App sind! (lacht)

Ihr wollt die App zuerst in Paderborn, dann in ganz Deutschland und dann in Europa verbreiten. Ist das richtig?

Jens: Man kann die App immer nur regionsweise freigeben, also nicht einfach nur „Paderborn“ angeben. Das würde auch gar keinen Sinn machen. Wir haben „ActiDoo“ erst nur in Deutschland freigegeben, aber dann eine zweite Version der App entwickelt. Die erste Version war eher ein Test, wie die App angenommen wird. Nach der Überarbeitung haben wir „ActiDoo“ nun weltweit herausgegeben.

Marcel: Es funktioniert auch überall. Man hat mittlerweile auf der ganzen Welt Inhalte drin.

Welche Tipps könnt Ihr aus eurer Erfahrung anderen Gründungsinteressierten geben?

Jens: Wir geben sogar relativ oft Tipps, wenn wir uns mit Leuten unterhalten, die auch überlegen zu gründen und zum Beispiel gerade einen EXIST-Antrag schreiben. Da tauscht man sich dann natürlich aus.

Marcel: Ansonsten würde ich auch sagen, dass wenn man eine Gründungsidee hat, es einfach versuchen und Mut haben sollte … einfach ausprobieren, ob es funktioniert!